gute Infrastruktur

18 Juni 2010

ganz selbstverständlich
leben wir umgeben von
guter Infrastruktur
weil wir das gewohnt sind
weil wir zivilisiert sind

wenn aber
die Schulen und Museen
die Krankenhäuser
Kindergärten
die Straßen und Schienennetze
ganz zu schweigen von
Wasser und Strom
plötzlich verschwunden wären
und unser Unrat
zurückbliebe

das wäre
eine Katastrophe
denn wir müssten urplötzlich
unzivilisiert scheißen
das wären wir nicht gewohnt
und wir sähen erst recht
nur noch uns
und nur unser Elend
eigentlich
bliebe alles wie immer

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die Zeit

17 Juni 2010

wie eine Verrückte
gaukelt die Zeit
vor der Kulisse
eines stumpfgrauen Himmels

die Wochen
schlagen Salti
gesellen sich dann
zu den Monaten
die stetig über das
Drahtseil balancieren

auf Nimmerwiedersehen
verschwinden sie
die Monate
sie betten sich
zu den Jahren
die in der
Requisitenkiste
vermodern

’s Ònna

3 Juni 2010

Es Ònna sitzt vor de Stròòs uff de Bònk
Mim Adèle, es schält Gròmbeere fir Fritt
De kläne Bub, der denkt sisch „Gott sei Dònk,
Gibt es òm misch so viele liewe Litt“

Marcel Adam, lothringischer Liedermacher, Autor, Komponist, Gitarrist, Geschichtenerzähler.