Erich Fried (in memoriam II)

24 November 2008

nachträglich zum 20. Todestag

1erichfried

Wenn ich leben will

Wenn ich leben will
muß ich atmen –
atembare Luft

Wenn ich leben will
muß ich essen –
eßbares Essen

Wenn ich leben will
muß ich trinken –
trinkbares Wasser

Wenn ich leben will
muß ich wachen und schlafen –
nicht nur schlafen

Wenn ich leben will
muß ich mich selbst und andere lieben –
und gegen Krieg sein

Erich Fried
österreichischer Lyriker, Übersetzer und Essayist
*06. 05.1921 Wien
+ 22.11.1988 Baden-Baden

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6 Antworten to “Erich Fried (in memoriam II)”

  1. Bjoern said

    Und wenn er was sehen will – dann richtig!
    Interessante Doppel-Brillen-Technik!

  2. hebamme said

    Gegen Krieg = Krieg gegen den Krieg? Wo ist da die Liebe? 😉

  3. cjohann said

    Hallo Björn,
    noch bevor ich Deinen Kommentar las, wusste ich, er würde sich auf die Brillen beziehen… 🙂

    Hallo Hebamme,
    ist „gegen“ gleichbedeutend mit „Krieg“?

  4. hat er vergessen zu sagen … dass … wenn er leben will … erst mal sterben muß … denn … erst wer gestorben ist … weiß, was leben bedeutet

  5. cjohann said

    das Leben ist großartig – das Leben ist armselig
    das Leben leicht – das Leben ist schwer

    Wo wir – die Privilegierten – leben, bedeutet Leben nicht Kampf ums tägliche Überleben. Welch ein Glück, sich Gedanken darüber machen zu können, was Leben eigentlich bedeutet….

    Hallo Karl-Heinz, ich danke Dir für Deinen Kommentar. Mein Gott, wieviele Jahre liegen zwischen diesen Zeilen und dem Herumrennen im Schulhof der Hermann-Hoffmann-Schule?
    Wünsch Dir alles Liebe und Gute 🙂

    Claudia

    • Hallo Claudia,
      nur so am Rande, Deine Zeilen beginnen mit
      „nachträglich zum 20. Todestag Wenn ich leben will Wenn ich leben will muß ich atmen“
      da war ich bestürzt, hab vergessen zu atmen …
      dann laß ich nur noch meinen Namen, da begann ich wieder zu atmen … und habe gelebt, in Gedanken geschwebt, den Schulhof gefunden, Du warst nicht da … klar … Du warst Daheim … und IKE … Nachsitzen … 🙂
      Ich danke meiner Lieblingsschwester, dass Sie mir den Weg zu Dir gezeigt hat … also im web …
      Grüße Dich und alles Gute …
      werde Deine Site besuche …
      immer wieder darin leben …
      endschuldisch moi schreibfähler, iss so moin stiel 🙂

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