10 September 2008

die Bäume… die Bäume…
sie wollen es nicht wahrhaben
wenn sie gebrechlich werden
wieder und wieder
pressen sie Triebe
aus ihrem alten Leib
täuschen mit grüner Pracht
und letzten Früchten
Gesundheit vor
im Innern jedoch
frisst die Fäulnis
der nächste Sturm schon
wird sie richten
und ich… ich…
gleiche dem gefällten Rebstock
der einst Haus und Hof umrankte
er weinte
lange… lange…
bevor er starb

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5 Antworten to “”

  1. Bjoern said

    Schön traurig.
    Für Dein nächstes Leben habe ich Dir übrigens schon ein kleines Winterhäuschen gebucht (Link). Da erwartet Dich ein freundlicher Hausmeister – und er freut sich schon, Dir die hübsche Seite der Winterzeit zu zeigen.

  2. Ein sehr düsteres, aber schönes Gedicht. – Mir ist es eher tröstlich, dass die Bäume bis zum Schluss nicht aufhören Früchte und Triebe zu bilden.

  3. Dazu ist das restliche Leben aber nicht da, dass es verweint wird – auch wenn das wunderschöne Gedicht so etwas nahelegt.

    Liebe Grüße
    Helmut (Maier)

  4. cjohann said

    Ich glaub‘, es war der anstrengende Tag, der diese Zeilen hervorbrachte: Ich lag nach dem 161. Boxkampf auf der Matte, und bevor ich ausgezählt wurde, stand ich auf und schrieb dieses Gedicht…
    Ich dank‘ Euch sehr für die Kommentare. 🙂
    Das Winterhäuschen in der schönen Landschaft gefällt mir; werd‘ mich erkundigen, was Kois so fressen und mit einem Zentner Futter im Gepäck dorthin reisen. Kriegt man beim ADAC eine Anreiseskizze? …grübel

  5. Holger said

    Jeder Rebstock weint. Seine Tränen fließen in die Trauben. Und wir trinken seine Tränen, um im Leid mit ihm vereint zu sein.

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