Charles Bukowski (in memoriam II)

2 Februar 2008

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Hey Buk,

die Zeitungsleute berichten mal wieder!
Okay… über Dich!
: „Der Mythos vom
rabiaten, kraftmeierischen
Säufer und Dropout,
hat zeitlebens den Blick
auf sein Werk
und dessen warmherzige,
melancholische Grundierung
verstellt.“
Seufzt Du nachdenklich?
Grinst Du zufrieden?
Ruf‘ doch den Dich-Kennern zu:
„Lest VON – nicht ÜBER – Buk!“

(21 Wörter zitiert aus: Frankfurter Rundschau, 29.01.08
Titel: „Verzweifelt am Leben“)

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7 Antworten to “Charles Bukowski (in memoriam II)”

  1. Janice said

    „Ich habe gerade die unsterbliche Lyrik der Jahrtausende gelesen und mich gelangweilt. Ich weiß nicht, woran es liegt; vielleicht am Wetter. Aber ich spüre eine Menge Angeberei und affiges Getänzel: Seht mal her, ich schreibe ein Gedicht! Man muß die ganze Poesie vergessen; wir müssen das Rohmaterial hernehmen und die Farbe spritzen lassen. Ich finde, ein Mensch müßte gezwungen sein, in einem Raum voller Totenschädel zu schreiben […] Natürlich scheitern wir alle, und wir brauchen keinen Faulkner, der es uns sagt. Es wäre wahrhaft kurzschwänzig gedacht, wenn wir uns einbilden würden, wir könnten Gott den Vorhang wegziehen und seine Visage enthüllen […] oder das Häufchen gebleichte Knochen. Uns bleibt nur eins: Uns gegen die Flut zu stemmen, so gut wir können.“

    Ohne Worte

  2. cjohann said

    Liebe Janice,
    ich glaube, – und das Thema hatten wir in ähnlicher Weise schon mal – dass alles wirklich Wichtige still und unprätentiös ist.
    Ich denke an die Natur. Sie rächt sich einen Scheiß an den Menschen. Sie lässt sich zerstören! Leider haut sie uns nicht auf die Finger… Sie ist!
    Betrachtet man demgegenüber z. B. die „immens wichtigen Wahlen“ (unsere und erst recht die in den USA), erkennt man nur schrilles Menschenspektakel.
    Alles affige Theater stammt von Menschenhand! Traurig, dass manche daherkommen, als hätten sie die Weisheit – in Wirklichkeit handelt sich’s um Überheblichkeit – mit Löffeln gefressen, vielleicht auch amüsant… aber was hat es mit unsereinem als Individuum zu tun? Unser erster Schrei wurde ja bange erwartet… also schreien wir! Das Schreien wurde uns in die Wiege gelegt. Die einen schreien in derselben Manier ihr Leben lang weiter, die anderen werden etwas nachdenklicher und leiser… welche letztendlich besser gehört werden, das ist eine andere Sache. Die kurzschwänzigen Totenschädel… oder wie war das? … welch‘ amüsanter Zirkus! 🙂
    Liebe Janice… bis zu einem gewissen Grad haben wir Entscheidungsmöglichkeiten! U. a. wovon wir uns beeinflussen/beeindrucken/verärgern lassen… 🙂 LG

  3. Janice said

    Deine Gedanken zum „Schreien“ finde ich verspielt, amüsant und doch unglaublich wahrhaftig. Wirklich schöne und intensive Worte Claudia! Aber jetzt zu schreiben, dass ich sie ja von dir gewohnt bin … lassen wir das ….

    Unprätentiös! JA! Dein Wort! Dieses Wort verknüpfe ich seit Wochen mit dem Bild auf deinem Blog und der Gleitsichtbrille du du neulich erwähntest. „Du bist“ … bist in diesem Wort! Ich werde es nie wieder in der gleichen Art und Weise benutzen können wie früher! Es ist jetzt schwerer, angefüllt von Gedanken und Geschichten die ich nun damit befülle.

    Caudia, ich wußte nicht viel über Herrn Bukowski … also habe ich mich in Zuge deines Artikels eingelesen … dieses Zitat, was ich fand war einfach ein Punkt an dem ich meinte ihn von anderen „Personalien“ unterscheiden zu können. Ich fand dazu, dass es vieles widerspiegelt, wovon du hier schreibst – und manchmal mit mir im Duell ausfichst.

    Daher lies ich es diesmal – und lasse es weiterhin ohne viele Worte auf mich wirken .. es spricht mir aus der Seele und ich finde mich, wie ich es besser manchmal eher gelesen hätte haben sollen ..

    Dankeschön!

  4. Holger said

    „Auf euch sitzen vielleicht Schmeißfliegen, aber auf mir hocken die Geier.“ C. Bukowski

    Irgendwie ist er mir ans Herz gewachsen, dieser trinkende, wettende, hurende und schreibende Kerl. Er öffnet uns die Fenster zur Realität.

  5. Ele said

    Ich habe -als Schüler- in mein Tagebuch geschrieben: Bukowski schreibt auf, was andere „nur“ erleben.
    Das war in der Rückschau in seiner Plumpheit doch so ungeheuer treffend (also zumindest für meine Perspektive auf ihn), dass ich meine Meinung bis heute nicht wirklich revidiert habe.
    Sehr treffend, deine Zitat-Lyrik, liebe Claudia

  6. cjohann said

    Retour

    Langsam werde ich wieder so
    wie ich früher war – da
    schraubte ich die Bodenplatte
    des Telefons ab und stopfte
    Lumpen rein, und wenn jemand
    an die Tür klopfte, ging ich
    nicht hin, und wenn sie
    hartnäckig blieben, wurde ich
    vulgär und schrie, sie sollten
    abhauen.

    Bloß ein alter Sonderling
    mit goldenen Flügeln
    einem wabbeligen weißen Bauch
    und Augen, vor denen die Sonne
    in Ohnmacht fällt.

    Nicht zu glauben

    … Mit den Kritikern war es
    dasselbe, als sie es toll fanden
    daß ich auf die Einladung
    von Sartre nicht reagierte.

    Sie dachten, ich hätte ihn
    abblitzen lassen, dabei war
    es nur so, daß ich nicht wußte
    was ich einem alten, von mir
    bewunderten Autor sagen sollte… Ch. B.

    Es ist frauenuntypisch,
    aber – irgendwie – mag ich ihn auch… 😉

  7. Bjoern said

    Ich mochte sehr sein „Fast eine Jugend“. Beim Lesen haben sich damals einige Probleme doch relativiert – Hank war weit schlechter dran! Und an den „Mann mit der Ledertasche“ kann ich mich noch erinnern – immer noch schaue ich mit anderen Augen auf die Postboten …

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