Die Flügel des Raben

1 Juli 1997

Einst trugen mich
die Flügel des Raben
über Feld und Flur
Wilder, schwarzer Glanz

Ein Gefühl
unbekannt und mächtig
umfing mich
vertrieb meine Achtsamkeit
und die Geister der Nacht
„Ich bin die Liebe!“ sprach’s
und wog mich in traumlosen Schlaf

Als ich erwachte
war ich gezähmt
Als ich begriff
saß ich im goldenen Käfig
die Flügel gestutzt
das Herz bleischwer

Ängstliche Augen
starrten auf schützende Gitterstäbe
Der stumpfe Schnabel
ignorierte das Körnchen Wahrheit
Lange Krallen
klammerten nutzlosen Tand

Auch Ewigkeiten vergehen
so fiel die Tür
die schwere, goldene
hinterrücks ins Schloss
den Eintritt verweigernd
auf immer und immer

Ungewollte Freiheit
ohne Sicherheit und Grenze
ungewohnte Welt
aus Nebel und Schatten

Der gütige Mond
durchdrang den Schleier
Ein aufmunterndes Lächeln
im lieben Gesicht
Versprach
über meinen Schlaf zu wachen

Da träumte mir
mir sprössen nochmals Flügel
und schwängen mich hoch
dem Licht entgegen

Ich erwachte
mit freudedurchflutetem Herzen
und vertrauensvollem Zukunftsblick
gewahrte
meine Adlerschwingen

Da erhob ich mich
mit sicherem Wissen
um das Auf und Ab der Winde
und schwebte
unbekannten Zielen entgegen

Ich hatte meine Träume wieder!

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