11 Juli 2015

plustrige Wolken

feiern Sonnenuntergang

kleiden sich orangerot

ab und an einen Blick erlaubend

auf den fernen Sichelmond

Katze springt mir auf den Schoß

klettert schnurrend auf die Schulter

krallt sich wollüstig in Hals und Nacken

ich liebe Naturschauspiele… seufz!

 

Verbotene-Stadt

die Konturen
der Tempel, der Kaiserpaläste, der olympischen Stadien, überhaupt von allem
verwischen hier mehr ins Unscharfe
als sonst irgendwo

auch auf diesen
von 18 Millionen Menschen bewohnten Erdfleck
treffen die Strahlen der Sonne
sie tauchen die Menschen
und alles Menschengemachte
mehr in diffuses Licht
als sonst irgendwo

blendende Helligkeit lässt Augen schmerzen
und Farben verblassen
mehr HIGH POLLUTION – Luftverschmutzung
als sonst irgendwo

Revolution

9 Mai 2013

Revolution

deine Kinder

haben die Früchte verzehrt

längst nagen sie

an den Wurzeln

deiner einst tragenden

Ideen

Timoteo II

28 April 2013

„mein Freund

ich spreche von Armut

von wirklicher Armut…

zugegeben –

es gibt kein Unglück

das nicht durch ein noch schlimmeres

abgelöst werden könnte…

und so bleibt uns nur

froh zu sein

dass kein Krieg herrscht“ 

Timoteo I

28 April 2013

Stiege-Trinidad

da stehst du

in deinem gefakten ADIDAS-Shirt

am Fuße der berühmten Treppe

jenem Wahrzeichen Trinidads                        

                                                                                                                                                         .

da stehst du

mit deinem Koffer

voll der schönen Erinnerungen

an Alemania

und voll der Mühsal

die das Leben dir abverlangt 

das Leben in Armut

und das macht

den Scheißkoffer schwer

so untragbar schwer

Wassernixe

die letzten Pelikane

für diesen Tag

gleiten beutesuchend

dicht über die Wellen

                                                                                                                                                              .

eine Handvoll Wassernixen

tummelt sich

mit ihren Prinzen

im Perlgrau

des schwindenden Tages

                                                                                                                                                        .

am Rande des

sanft atmenden Ozeans

verweht der Tag lautlos

schon künden erste Sterne 

vom Anbruch der Nacht

Mulata

eine Rumflasche in schwieligen Händen

Mestizenaugen blicken herüber

bieten an und fordern auf

Lächeln

Becherfüllen

wir stoßen an

trinken auf uns und den Augenblick

der Rum, der heißt Mulata

und ich, ich komm‘ aus Alemania

und ja… so weit…

und ja… so fern…

manche Momente finden Halt in der Erinnerung

manche Momente schreiben Zeilen

adios, amigo!

Kuba

7 April 2013

Kuba2013

wie du daliegst

mit ausgebreiteten Armen

auf türkisblauem Laken

über dir die Wolken

wie geschaffen von Magritte

oder sonstwem

wie du daliegst

den Geruch nach Leben verströmend

den Geruch deiner Wälder und Flüsse

deiner Menschen und Tiere

wie du daliegst

mit dem erhabenen Lächeln

einer Mutter

an die sich viele Kinder schmiegen

stolze, lebensstarke Kinder

sie singen und träumen

sie reden und schreiben

in der Sprache deiner Eroberer

deine Kinder, Kuba

die du lehrtest 

aus der Not das Beste zu machen

und das tun sie

TAPFER!!!

heute… und… wie lange noch… ?

Der Moment

                                                                                                                                                                   .

Ich habe nichts als

die Nacht aus

100 x 100 Nebellichtjahren

                                                                                                                                                                    .

Ich habe nichts als

die Stunde aus

60 x 60 Sekunden

                                                                                                                                                                   .

Ich habe nichts als den Moment

                                                                                                                                                                   .

Der Moment ist meine Schöpfung

die Brücke von meinem

Staubgeist zum Sterngeist

Der Moment ist mein Flügel

zum Flügel des nächsten Moments

                                                                                                                                                                   .

Ich habe nichts als den Flügel

Ich habe nichts als die Schöpfung

Ich habe nichts als den Moment

Rose Ausländer *11.05.1901  +03.01.1988

Tropfen

wie leiser Regen

fielen die Tage

Tropfen um Tropfen

unseren Lebensrest verkürzend

sanft woben sich

die Jahreszeiten

eine in die andere

wir schauten nach vorne

oder schauten zurück

lebten selten im Augenblick

wir verabschieden das Alte

und überhäufen das Neue

mit unserem Sehnen

nach Liebe und Glück

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